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Intelligente Mobilität ist vielfältig!

13. März 2015

Wolfhager Bürgerinnen und Bürger können per Elektro-Auto oder -Fahrrad den Wandel erfahren. Die Energie Offensive Wolfhagen informierte am Mittwoch, 11. März 2015 zum Thema Elektromobilität.

„Zukunftsfähige Mobilität ist auch ein Thema, das wir hier in Wolfhagen bewegen“, sagte Thomas Neuroth, Mitarbeiter der Energie Offensive Wolfhagen. Der Experte für E-Mobilität verwies in seinem Vortrag auf die Wichtigkeit dieser Thematik. Denn ca. 30 % des Gesamtenergieverbrauchs erzeugt der Verkehr und davon wiederum 80% der Personenverkehr. Vermeidung, Verlagerung oder Verbesserung sind die wichtigsten Stichworte, um auch in Wolfhagen zu einer zukunftsfähigeren Mobilität zu kommen.

Dafür benötigt man eine „Stadt der kurzen Wege“, eine Stärkung der öffentlichen Verkehrsmittel und Fahrradwege sowie effiziente Elektromobilität. Über Elektroautos hinaus gehören dazu auch Straßenbahnen oder die „Eisenbahn“, die heute fast ausschließlich per Strom betrieben werden, sowie Fahrräder. „Es ist ein Fakt, dass die Reserven an fossilen Energien bald zu Ende sein werden.

Vor dem Hintergrund, dass der Verbrennungsmotor nur 30% der verbrannten Energie in Bewegung umsetzt und den Rest in Wärme, können wir es uns nicht leisten, diese restlichen Ressourcen zu verfahren“, hielt Thomas Neuroth an der Unumgänglichkeit eines Umstiegs fest, bevor er auf die Vor- und Nachteile der Elektromobilität zu sprechen kam.

80 % aller Fahrten mit Elektro-Auto möglich

Die vergleichsweise einfache Technologie eines Elektroautos ist mit wenig Verschleiß verbunden, während bei einem Verbrennungsmotor beispielsweise Schäden am Auspuff sowie regelmäßige Ölwechsel für Motor und Schaltgetriebe ein deutlich teureres Unterfangen darstellen. Problematisch ist derzeit jedoch noch die Lade-Infrastruktur. Während Steckdosen und Stromstellen kostengünstigen Strom zu Verfügung stellen und sogar die Möglichkeit bieten, das Auto als Stromspeicher zu verwenden, sind Techniken wie Stromtankstellen und Batteriewechselstationen sehr teuer und lassen sich kaum flächendeckend installieren. Einen weiteren Nachteil bildet der gegenüber einem mit Benzin oder Diesel angetriebenen Fahrzeug kleine Energiespeicher und folglich die geringe Reichweite des Elektro-Autos.

Da jedoch über 80% aller Fahrten im Umkreis von 30 Kilometern anfallen, ist das Elektro-Auto für den Alltag die perfekte, umweltfreundliche Alternative. Für Ausnahmefälle wie lange Urlaubsreisen bietet die Auto-Industrie beispielsweise schon heute beim Kauf eines Elektroautos für 30 Tage im Jahr einen Wagen mit Verbrennungsmotor zur kostenfreien Nutzung an. Über solche Modelle lassen sich unterschiedliche Mobilitätsanforderungen intelligent kombinieren und man muss nicht über das ganze Jahr ein großes Auto unterhalten.

Zukunftsfähige Mobilität „erFahren“

Ob die Elektrofahrzeuge optisch und funktional den bislang bekannten PKWs entsprechen müssen, ist eine offene Frage. Neue Formen des Antriebs bieten auch Impulse, anders zu denken und neue Fahrzeuge zu entwerfen. Thomas Neuroth stellte einige Modelle vor: Elektrofahrräder mit unterschiedlichen Motorstärken und Extras wie Lastenträger und Wetterschutz, Elektroroller, Elektrovelomobil, kleine Autos wie Renault twizy, Elektrokleintransporter und weitere.

Neue Konzepte sind auch E-Carsharing oder das vernetzte Schwarmauto microMAX. „Es wird im Moment viel entwickelt. Fast alle Fahrzeuge zeigen jedoch sehr exotische Lösungen“, stellt Thomas Neuroth fest. Doch er ist sich sicher: Bildet man nicht alle Vorteile heutiger PKWs, die quasi kombinierte „Renn-Reise-Limousinen“ sind, die ihre Vorzüge im Alltag kaum ausschöpfen, gibt es einfache, günstige und intelligente Lösungen für jede gewünschte Form der Mobilität.
Anschließend an Thomas Neuroths Vortrag berichtete Markus Huntziger von den Stadtwerken Wolfhagen über die Ziele der Stadtwerke im Rahmen des Projekts „Energieeffiziente Stadt“ zur Elektromobilität. So sei die Elektromobilität der ideale Partner der Energiewende, denn über intelligent gesteuertes Laden oder auch Entladen des E-Auto-Akkus kann der regenerativ erzeugte Strom besser vor Ort genutzt werden. Das schwankende Angebot der erneuerbaren Energien wird somit besser ausgenutzt. Denn Stromspitzen und Stromtäler in denen zu viel bzw. zu wenig Strom vorhanden ist werden abgeflacht. Die Stadtwerke Wolfhagen arbeiten mit daran, praxistaugliche Strategien hierfür zu entwickeln und damit die Energiewende voranzutreiben.  

Um die Akzeptanz für Elektro-Autos zu steigern können Wolfhager Bürgerinnen und Bürger einen VW-e-up sowie Elektrofahrräder kostenlos testen und damit einen Beitrag zur Forschung leisten.

Auch im Publikum befanden sich weitere Experten der Stadtwerke Wolfhagen, die zusammen mit den Referenten Interessierten bei Getränken und Laugengebäck Rede und Antwort standen. Zum Thema „Elektromobilität“ blieben an diesem Abend keine Fragen offen.

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